Quadratur unseres Kreises

SOULMASTERY

Wie Da Vinci uns gezeigt hat, ist die Quadratur des Kreises nicht nur möglich (das haben die Mathematiker ja schon lange davor rausgefunden), sondern direkt mit uns und unserem Körper verbunden. Wir sind beides – der Kreis und das Quadrat. Wir sind ein einziger großer Wiederspruch in uns selbst. Vermutlich sollte uns dies aufzeigen, dass das Leben keine allzu ernste und rigide Sache ist, denn kaum haben wir etwas “kapiert” und uns ein Muster zurechtgelegt, so wird das direkt vom Leben über den Haufen geworfen. Kaum haben wir uns ein Plätzchen gefunden, wo wir zur Ruhe kommen können, fängt unser Verstand an uns zu sagen, dass wir was machen sollten und könnten, wo wir doch jetzt so beruhigt sind. Kaum haben wir was neues gekauft, oder geschaffen, schon drängen sich Gedanken zum Neuen auf.

Viele Fliehen vor dieser Rastlosigkeit in den Konsum, manche in Süchte (z.B.: Alkohol, Feiern, Computerspielen, Wetten), oder übertriebenem  Fanatismus (z.B: Fußball Fans, oder Bands/Groupies). Die Gedanken verleiten uns dazu überall und nirgends zu sein. Dabei ist der Ausweg simpel. Es ist das Hier und Jetzt. Im hier zu sein ist schwieriger, als darüber nachzudenken. Das Konzept ist denkbar einfach. Die Umsetzung ähnelt der Quadratur des Kreises. Jetzt hast Du einen Kreis, aber Dein Verstand will das Quadrat. Dann biegst Du und mühst Dich ab und hast das Quadrat, dabei will Dein Geist wieder den Kreis und so geht das karmische Spielchen immer weiter. Übertrage es auf alles was Dir gerade wichtig ist. Im beruflichen Rahmen haben wir das an uns selbst erlebt auf dem “Karrierepfad”. Ist man eine “Führungskraft” träumt man von der vermeintlichen Belanglosigkeit und Verantwortungslosigkeit eines Sachbearbeiters. Ist man dann wieder ein Sachbearbeiter, ärgert man sich über die Machtlosigkeit und die Ineffizienz der Strukturen, die einen im Korsett durch die Manege am Nasenring führen. So geht das dann immer weiter – im privaten Umfeld kann man dazu wunderbar die Partnerwahl anschauen. Hat man einen Partner, der gerne Zuhause auf der Couch weilt, ist man schnell gelangweilt und möchte mal “raus” und “was erleben”. Hat man dann einen neuen Partner, der viel unterwegs ist, sucht man dann die Gemütlichkeit des Zuhauses und träumt von einem ruhigen Leben.

Ihr seht das dreht sich immer so weiter und vermutlich, kann sich fast jeder darin ein Stück weit wiederfinden. Genauso wie das Hier und Jetzt die Mitte von Vergangenheit und Zukunft ist, ist die Lösung immer die “schwierige” Balance. Es ist der Zustand indem man sowohl ein Kreis wie auch ein Quadrat ist. Das kann man nämlich beides sein, wenn man im Jetzt ist und die Sachen so nimmt, wie sie gerade kommen. Mühelos mit dem Strom genießen und nicht dagegen ankämpfen, wie man das im Zen so schön bildlich darstellt. Die große Frage ist natürlich das “wie”?

Die Lösung ist wieder ein Paradoxon – es ist die mühelose Mühe. Im Zen sagt man, dass die Kunst der Meditation darin besteht sich auf das Nichts zu konzentrieren und da jeder weiß, dass das nicht einfach so geht. So geben sich viele größter Anstrengung hin das zu erreichen. Sei es das korrekte Sitzen bei der Meditation, die “richtige” Atemtechnik, die reinigende Arbeit wie Holzhacken, oder oder oder – dabei sagen die Zen-Meister – bedarf es eines Zustandes völliger Anstrengungslosigkeit. Wie kommt man da nun auf eine plausible Handlungsempfehlung. Der Schlüssel liegt unserer Meinung nach in der Aufmerksamkeit. Die Aufmerksamkeit ist die Waffe unserer Bewusstheit. Es ist der unsichtbare Arm unseres innersten Kerns, unserer Seele. Die Aufmerksamkeit auf etwas zu lenken bedarf in der Tat keiner körperlichen Anstrengung. Es bedarf eigentlich auch keiner geistigen Anstrengung. Insbesondere mit dem letzten Punkt tun wir uns schwer, da die Gedanken und Sorgen, die in uns kreisen nur schwer den Platz frei machen für die freie Bahn der Aufmerksamkeit. Sie schreien und wetteifern um eben diese Aufmerksamkeit, denn sie ist Energie. Die Aufmerksamkeit ist quasi der Tankschlauch der immerwährenden Quelle in uns und versorgt die Sachen mit Energie in uns, die wir innerlich priorisieren. Sind es unsere Gedanken an ein mögliches Horrorszenario bei der Arbeit, so geben wir dem ganzen Energie aus unserem Wesenskern und leben im Horror. Haben wir ein extremes Glückgefühl, dann liegt dahinter auch die Aufmerksamkeit, die wir auf diesen Umstand gelenkt haben. Diesen Mechanismus machen sich auch unendliche Selbsthilfewerke zu Nutze und breiten das auf hunderten Seiten aus. Dies hat einen Grund. Es ist wichtig, aber es ist eben nicht alleine so, dass wir uns ganz verkrampft ein krampfloses Leben wünschen können. Wie also dann?

Nun leben wir zum großen Teil “unbewusst” durch den Tag und unser Verstand und seine Maske, das Ego, kümmern sich fleißig um die Energieverteilung für uns. Alles aus einem guten Grund und mit besten Absichten – das Überleben zu sichern. Da müssen wir einhacken und uns die Kontrolle zurückholen. Das klingt wieder nach Mühe und Anstrengung. Genau hier liegt der “Bruch” in dem Paradoxon der mühelosen Mühe. Wir können relativ leicht lernen die Aufmerksamkeit mühelos zu lenken. Die Mühe machen wir uns nämlich selbst indem wir zu schnell, zu ehrgeizig an die Sache herangehen. Die Aufmerksamkeit ist wie ein Fluss, wie Wasser, welches sich den Weg sucht. Wir können es mit Barrieren und Arbeit in eine Bahn zwingen, oder wir können langsam die Landschaft formen, damit der Fluss natürlich und mühelos – wie von alleine – die Bahn einnimmt. Es ist schwer sich täglich hinzusetzen, die Augen zuzumachen und dann dem Verstand einfach die Aufmerksamkeit zu entziehen. Das Mittel hierzu ist die Beobachtung. Alles in diesem Universum verändert sich alleine durch die Tatsache, dass Beobachtung da ist. Siehe hierzu auch das berühmte Doppel-Spalt-Experiment auf unzähligen Video Plattformen.

Die Herausforderung ist die Beobachtungsgabe, die wir alle ausreichend haben und häufig im Alltag einsetzen. Diese Gabe kann man zur Beobachtung und Bewertung anderer Menschen, Autos, oder Klamotten einsetzen, also können wir diese auch in der Meditation einzusetzen und unser Inneres beobachten. Nach einer kurzen Weile werden wir merken, wo unsere Aufmerksamkeit ist. Die Aufmerksamkeit wird merken, dass sie beobachtet wird. Sie wird sich selbst in der Quadratur des Kreises wiederfinden. Dort bekommen wir dann mühelos den Schlüssel zur mühelosen Mühe ausgehändigt. Leider passiert dies bei den meisten nicht sofort. Es bedarf einer gewissen Routine, aber es wird nach und nach natürlich für uns die Aufmerksamkeit in uns so zu lenken, wie wir es wollen, ohne uns dabei auch nur im Geringsten anzustrengen. Viele positive “Mythen” folgen dann nach und nach in unsere Wahrnehmung, wie z.B. der Zustand des “nichtdenkens”, welcher uns am Anfang der Reise als ein Märchen erscheint. Schritt für Schritt erkennen wir die Wahrheit in der Zen Lehre, aber wir müssen uns dazu beruhigen und uns selbst die Zeit geben, dabei aber uns selbst beobachten. Das kostet am Anfang sicher Mühe, da wir Gewohnheiten durchbrechen müssen. Die Quadratur des Kreises kam den Forschern aber auch nicht über Nacht in den Kopf….

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