Meer & Mehr

SOULMASTERY

Eine simple Geschichte

Warum wollen Sie diesen Job?” – Diese Frage kennt vermutlich jeder im Rahmen eines Bewerbungsgesrpächs, egal auf welcher Seite des Prozesses. (Nebenbemerkung: Falls Du der Fragende sein solltest – an dieser Stelle eine dringende Bitte Dir eine neue, sinnhafte Frage zu überlegen.) Im betriebswirtschaftlichem Umfeld hört man dann von den Bewerber häufig eine Antwort, die “das Vorwärtskommen” und “etwas erreichen” beinhaltet. Zu meiner Unizeit haben wir von einem unserer Professoren eine sehr nette Geschichte mitbekommen, die ich mir zu der damaligen Zeit schmunzelnd anhörte und unbesonnen die nächsten 10 Jahre die Message erfolgreich ausblendete. Heute bringt sie mich immer wieder dazu nachzudenken und mich daran zu erinnern, aus welchem Antrieb ich welche geschäftlichen Entscheidungen treffe.

Hier zunächst die Kurzversion der Geschichte:

Ein Banker stand in einem kleinen Fischerdorf am Pier und beobachtete, wie ein kleines Fischerboot mit einem Fischer an Bord anlegte; er hatte einige große Fische geladen. Der Banker gratulierte dem Fischer zu seinem Fang und fragte, wie lange er dazu gebraucht habe. ” Nicht lange – ein paar Stunden nur” antwortete der Fischer.

Warum er denn nicht länger auf See geblieben sei, um noch mehr zu fangen, fragte der Banker. Die Fische reichten ihm, um seine Familie die nächsten Tage zu versorgen antwortete der Fischer. Der Banker bohrte weiter: “Aber was tust Du denn mit dem Rest des Tages?” Der Fischer: “Ich schlafe morgens aus, gehe ein bisschen fischen; spiele mit meinen Kindern, mache mit meiner Frau Maria nach dem Mittagessen eine Siesta, gehe im Dorf spazieren, spiele Gitarre mit meinen Freunden, so habe ich ein ausgefülltes Leben”.

Der Banker erklärte: “Ich bin ein Harvard-Absolvent und könnte Dir helfen. Du solltest mehr Zeit mit Fischen verbringen und von dem Erlös ein größeres Boot kaufen. Damit könntest Du mehrere Boote kaufen, bis Du eine ganze Flotte hast. Statt den Fang an einen Händler zu verkaufen, könntest Du direkt an eine Fischfabrik verkaufen und schließlich eine eigene Fischverarbeitungsfabrik eröffnen. Du könntest Produktion, Verarbeitung und Vertrieb selbst kontrollieren. Du könntest dann dieses kleine Fischerdorf verlassen und nach Los Angeles oder vielleicht sogar nach New York City umziehen, von wo aus Du dann Dein florierendes Unternehmen leitest.”

Der Mexikaner fragte: “Und wie lange wird dies alles dauern?” Der Banker antwortete: “So etwa 15 bis 20 Jahre.” “Und was dann?” fragte der Fischer. Der Banker lachte und sagte: “Dann kommt das Beste. Wenn die Zeit reif ist, könntest Du mit Deinem Unternehmen an die Börse gehen; Deine Unternehmensanteile verkaufen und sehr reich werden. Du könntest Millionen verdienen.”

Der Mexikaner meinte: “Millionen. Und dann?” Darauf der Banker: “Dann könntest Du aufhören zu arbeiten. Du könntest in ein kleines Fischerdorf an der Küste ziehen, morgens lange ausschlafen, ein bisschen fischen gehen, mit deinen Kindern spielen, eine Siesta mit Deiner Frau halten, im Dorf spazieren, am Abend mit Deinen Freunden Gitarre spielen.”

In den letzten Jahren begegneten mir immer wieder (und in den letzten Monaten gefühlt vermehrt) Angebote, die mein Business in eine Aktiengesellschaft skalieren wollen und das angeblich auch können. Die Kompetenz und Fähigkeiten der Anbieter ungeachtet stellt sich mir immer wieder die Frage – “Warum?” …”warum will ich wachsen?”…”Warum will ich diesen Job?“… “warum mache ich den Job, den ich aktuell ausführe?”…”was treibt mich an?”….Der Fischer erinnert mich immer wieder daran, was wirklich zählt: “...so habe ich ein ausgefülltes Leben

Now for now and not now for then!

In diesem Zusammenhang beobachte ich, dass Manipulation (des Menschen) im Kern aller Skalierungen steckt. Diejenigen die laufen sollen & diejenigen die kaufen sollen sitzen eigentlich im gleichen Boot. Jeder hat zwar seine (vermutlich ursprünglich) sinnvolle Motivation, wird aber dann von der Angst erfasst. Die Tricks sind oft platt, funnktionieren jedoch gut im Zustand einer niedrigen Bewusstheit für sich selbst und dem eigenen Antrieb, “Purpose” und Konditionierungen.

vom “Push” & “Pull”

Ein simples Konzept, welches auf die meisten unserer Entscheidungen angewendet werden kann: push & pull. Entscheide ich etwas aus einer Angst heraus, bin ich getrieben. In diesem Zusammenhang “pusht” mich etwas aus meiner aktuellen Situation – die Angst. Möchte ich etwas tun, um z.B. mich zu verwirklichen, etwas neues zu erschaffen oder vergleichbares, zieht mich meine Passion/Talent/”Purpose” in diese Richtung – der “pull“.

Seit Freud wurde unterstellt, dass Motivation von Lust und Schmerz getrieben wird. Seit einiger Zeit gibt es neue Erkenntnisse – Motivation ist neurologisch gesehen nämlich der Wunsch, Unannehmlichkeiten zu entkommen. Alles menschliche Verhalten, auch der Wunsch, etwas Angenehmes zu tun, wird in der Tat durch Schmerz ausgelöst. Dieser Zusammenhang wird unter dem schicken Begriff “homöostatische Reaktion” geführt.

Unser Gehirn bringt durch Unbehagen unseren Körper dazu, das zu tun, was er will. Wenn uns kalt ist, ziehen wir einen Mantel an. Wenn wir Hungergefühle haben, essen wir. Bringt es Freude, sich wieder warm zu fühlen oder zu essen? Natürlich. Aber dieses gute Gefühl kommt, nachdem wir durch ein unbehagliches Gefühl, das uns zum Handeln anregt, getrieben wurden. Wie man an dieser Erkenntnis sehen kann, sitzt der “Push” tief in unserem Unterbewusstsein. Sind wir uns dessen nicht bewusst, ist es sehr schwierig zu dem eigenen “Pull” vorzudringen, oder diesen zu “hören”, wenn er sich uns offenbart. Der “Push” schreit viel lauter! Wer seine eigenen Handlungen reflektiert, wird daher feststellen, dass die Mehrheit (wenn nicht fast alle) Entscheidungen (insb. im Geschäftsleben) aus dem “Push” entstehen:

  • “Wenn ich nicht zu diesem Roundtable gehe, verpasse ich wichtige Trends….”
  • “Den Kollegen muss ich unbedingt treffen, sonst schnappt sich ein Konkurrent seinen Auftrag….”
  • “Wir müssen in das Geschäftsfeld expandieren, sonst sind wir geliefert….”
  • “Ich muss mit zu den Schwiegereltern, sonst….(den Rest kenn ihr selbst)” 😈

All die Skalierungs-Tools und entsprechenden Angebote spielen mit dem “push”. Es ist auffällig, wie die Werbevideos, Texte und Gespräche darauf aufbauen. Schon in meinen frühen Berater-Tagen habe ich eine stupide-simple aber mächtige Taktik gelernt:

  1. scare them!
  2. scare them even more!
  3. give them hope!
  4. offer the solution!

Nach diesem Schema sind die allermeisten Vertriebsstrategien aufgebaut, die mir (als potentiellen Kunden) in der letzten Zeit begegnet sind.

unbewusste Manipulation?!

Was ich mich in diesem Zusammenhang frage ist, ob es den Werbetreibenden bzw. den Anbietern klar ist, dass sie genauso in einem “push” Szenario gefangen sind? Im Rahmen der Kunden/Anbieter Beziehung mag dies als eine Meta-Ebene betrachtet werden, aber diese ist genauso von der Angst geprägt. Manch einer hat eins-zwei Psychologie Bücher gelesen und wendet die dort gelernten Basics manipulativ an. Das ist für mich persönlich die “dunkle Seite der Macht”. Nur ohne wirkliche Macht eben, da selbst z.T. sehr unbewusst über das Muster, indem sie operieren.

In meinem Schaffen achte ich auf den “Pull“. Dies ist für mich die Entscheidungsgrundlage für Zukäufe/Aufträge/Kooperationen im Rahmen der Automatisierung, Synergien und Skaleneffekte. “Was treibt mich an?” ist die Frage, die ich mir dann immer wieder stellen muss. Mein Verstand ist natürlich nicht immun den psychologisch wirkungsvollen Tiefschlägen der Werbebotschaften. Die Angst ist ein mächtiger Gegener, die viel Energie in uns bindet. Wenn wir diese Angst transzendieren können, setzt das in uns eine Menge Kraft frei, die wir wiederrum in die Suche oder Exekution unseres “Pulls” investieren können.

Aus diesem Grund meditieren wir täglich und gehen in unsere Ängste, Triebe und Wünsche um die Konditionierungen, Prägungen und Glaubenskonstrukte zu identifizieren.

“Observation is alchemical.” (Osho)

Rein durch die Beobachtung verändert sich ALLES. Wer das Doppel-Spalt Experiment nicht kennt, dem rate ich die 10 Minuten in eins der vielen YouTube Videos zu investieren, die es dazu gibt. Fazit: Photonen (kleinste, masselose Teilchen) verändern ihre “zufällige” Verhaltensweise je, nach dem ob sie beobachtet werden, oder nicht.

Transzendenz entsteht daher in meiner Erfahrung durch die fortwährende, wertungsfreie Beobachtung meiner Selbst.

 

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