Meditation ist NICHT für Jedermann

SOULMASTERY

Sollte nicht eigentlich jeder meditieren? Wäre die Welt dann nicht ein besserer Ort? Könnte dem Konsumwahn und der Jagd nach dem immerwährenden Wachstum damit nicht der Sinn genommen werden?

Die Antwort auf all diese Fragen ist eindeutig – JA! Ja, Meditation ist ein Mittel – gar eine Medizin für den Menschen. Sie war es schon immer und jetzt, tausende Jahre nach der Entstehung der Techniken, brauchen wir sie mehr denn je. Wir Menschen haben uns und die Welt verändert. Mit der gesellschaftlichen Entwicklung kamen Faktoren dazu, die es dem durchschnittlichen Menschen jedoch nun erschweren dieses “Tool” effektiv zu nutzen.

Die Hoffnung ist im Weg

Der Konsum hat viele Menschen fest im Griff. Das Geld ist zum Reiter geworden, statt unser Ross zu sein. Viele laufen materiellen und monetären Zielen hinterher. Solange dies der Fall ist, kann Mediation nur bedingt helfen. Die Anhaftung an das Vergängliche und Materielle kann mit einer derartigen Geisteshaltung nur sehr schwer fallen gelassen werden. Dies ist jedoch ein wesentlicher Aspekt der persönlichen Entwicklung. Die Freiheit von Trieben, Zwängen, Wünschen und Programmierungen ist der Weg zur Auseinandersetzung mit den wirklich wichtigen Fragen, wie z.B. “Wer bin ich?” oder der “Mutter aller Ängste”, der Angst vor dem Tod.

Die Hoffnung auf das, wie es irgendwann sein könnte, plagt und treibt den Menschen und lässt wenig Raum für Kontemplation, Meditation und schließlich den “No-Mind” Zustand, wo die Gedanken auch mal Ruhe geben und wir in uns gehen können um eben die wichtigeren Antworten zu suchen, als wann materialisiert sich endlich mein nächster Wunsch, denn die Realität ist doch ein Abbild meiner inneren Geisteshaltung….Ja, das ist sie, aber die Hoffnung verhindert die Manifestation auf einer tiefen Ebene. Die Hoffnung ist ein unglaublicher Treiber in dieser Hinsicht und auch wenn immer mehr Leute rein intellektuell kapieren, dass der AMG E63s sie nicht “weiter” bringen wird, als der dienstlich gestellte C220CDI (sorry @AMG), so wird den Konsumgütern ein Lifestyle zugeordnet mit dem die Jagd danach dann doch vor sich selbst gerechtfertigt wird. Ich höre mich selbst immer noch sagen – “es geht mir nicht um den Lambo per se, es ist der Lifestyle, den er für mich repräsentiert.” – Es ging darum so viel Geld anzuhäufen, dass das Geld egal ist. Dabei war das Geld schon immer egal, nur die Hoffnung auf mehr verhindert das Erkennen dieser Tatsache im tiefsten Inneren und blockiert so das Fallenlassen der Anhaftungen, befeuert die Ängste und zwingt zu Verhaltensmustern, die wir dann doch irgendwie zu durchbrechen ersehnen.

Meditation und Transzendenz

Jeder Mensch braucht eine unterschiedliche Menge an “Erfolgen”, erreichten Zielen und materiellen Errungenschaften, um diese letztendlich hinter sich lassen zu können bzw. die Tatsache anzuerkennen, dass mehr davon weder von Dauer ist, noch irgendetwas dauerhaft in Sachen Glück, Glückseligkeit und Zufriedenheit bringt. Von der Angst vor dem Tod brauchen wir erst gar nicht anzufangen, denn da haben wir ja die Vererbung und die Weitergabe der Gene, auf die dann mental abgestellt wird. Hat bei den Pharaonen ja auch gut geklappt….

Hat man jedoch das Glück hinter dieses Spiel zu blicken und das Materielle als das zu erkennen, was es ist – Komfort, Unterstützung und Tools für den Alltag, dann ist man wahrer Transzendenz schon ein großes Stück näher. Meiner Meinung nach ist immer eine Balance der Pole eine Voraussetzung für die Transzendenz eines Themas. Das Materielle auf der einen Seite, das Spirituelle auf der anderen. Das Leben im Kloster oder in den Himalayas ist meiner Meinung nach genauso einseitig, wie ein rein materiell ausgerichtetes Leben. Es ist eben das Nutzen beider Pole dann, wenn man sie braucht, ohne an einem der beiden anzuhaften. Das ist für mich Transzendenz. Hier verstehe ich Meditation auch als Medizin, die uns in die Mitte (“Medi”) bringen soll. Weg von einem Extrem, aber nicht hin zu einem anderen. Damit Meditation nicht zum anderen “Extrem” wird, darf das Materielle nicht verbannt oder unterdrückt werden – egal wie das Motiv dahinter ist. Dies führt nur zu einer Art geistigem “Jo-jo Effekt” zu einem späteren Zeitpunkt. Ein Extrem muss fallen gelassen werden durch Beobachtung und Erkenntnis. Diese stellen sich in und durch die Meditation ein. Es zeigt sich in unserer Zeit, dass ein gewisses Level erreicht werden muss, bevor die Themen der persönlichen Entwicklung und Transzendenz effektiv angegangen werden können. Wer vermeintlich “alles” erreicht hat oder schon immer “alles” meinte zu haben, ist hier klar im Vorteil – an diesem Punkt fällt es leichter die Anhaftungen fallen zu lassen und sich nicht in ein Extrem der Unterdrückung und Selbstkasteiung zu verrennen.

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IQ vorausgesetzt

Der Verstand wird oft als Hindernis und manchmal sogar als “Feind” dargestellt, wenn es um die Themen Achtsamkeit, Meditation und menschliche Entwicklung geht. Ich halte diese Einstellung persönlich für fraglich. Es ist erst der ausgeprägte Verstand, der uns dazu befähigt hinter manche Dinge und Spielchen blicken zu können. Wie auch beim Thema Geld und Materielles, ist der Verstand ein nützliches Tool. Er sollte nur nicht zum “Master” werden.

What is Mastery? To be a witness is to be a master! Watch your thoughts (…) instead of being their slave.(OSHO)

Erst durch die Kombination aus IQ und dem emotionalem Pendant – dem EQ – können wir unser volles Potential als Menschen anzapfen, nutzen und entfalten. Menschen mit einem hohen IQ bzw. gut ausgeprägtem Verstand haben es meiner Meinung nach leichter diesen ebenfalls fallen lassen zu können und diesen als das Tool zu erkennen, welches er in Wirklichkeit ist. Unbewusstes bewusst zu machen erfordert auch einiges an Verstandesarbeit gepaart mit Meditation und Achtsamkeit. Die Spielchen des Unterbewusstseins zu erkennen, die Programmierungen, die in uns ablaufen als solche zu beobachten fällt leichter mit der zunehmenden Kraft der Reflektion, die nun mal u.a. vom IQ abhängig ist.

Erfahren statt Glauben

Nicht alles ist rational erklärbar. Die Wissenschaft ist nicht allmächtig. Der Mensch und das Universum sind immer noch gigantische Rätsel. Diese Tatsache fasziniert mich immer mehr im Kontext der Argumentation mancher Menschen in Bezug auf das Thema Meditation. Mir begegnen immer wieder Menschen, die meinen alles über das Thema durch rein theoretisches Studium zu wissen. Erklärungen werden konstruiert oder Phänomene einfach in die esoterische Ecke gestellt. Eine Erfahrung kann mehr als tausend Bücher und Videos bringen. Das am eigenen Organismus und Geist Erlebte sagt mehr als alles, was irgendjemand jemals darüber schreiben könnte. Aber auch das ist NICHT für Jedermann. Das Probieren und Erfahren braucht Mut. Das ist auch eine nicht alltägliche Eigenschaft. Die Mutigen werden immer belohnt mit dem Abenteuer Leben. Auch hier ist jemand im Vorteil, der sich einfach traut und die Erfahrung der Meditation sammelt, anstatt noch Jahre darüber zu lesen, nachzudenken oder anderen zu glauben – egal in welche Richtung die Argumente gehen.

Mut, IQ, Wohlstand & der Tod

Jeder kann und sollte Meditation versuchen. Sie ist ein unglaubliches Tool und kann jedem “etwas bringen”. Mit den Voraussetzungen wie Mut, IQ und Wohlstand ist es allerdings für mich fast schon ein MUSS diese Erfahrung zu sammeln. Die Menschen, die über mindestens zwei dieser Eigenschaften verfügen haben einen derartigen Vorsprung, dass es für mich fast schon Verschwendung ist sich nicht mit diesen Themen auseinander zu setzen. Wir sind in der privilegierten Lage in einem Land und einer Gesellschaft zu leben, die es immer mehr Menschen ermöglicht hinter die Fassaden zu blicken und den angesammelten Wohlstand und Verstand der eigenen Entwicklung in den Dienst zu stellen.

Der Tod wartet auf uns alle. Wir sterben alle allein und können nichts Materielles mitnehmen. Soviel ist denke ich mal “objektiv” vereinbar mit dem, was in der Gesellschaft heute zum Thema Tod so kursiert. Die Fragen “Warum bin ich hier?” und dem “Wer bin ich?” muss man sich also leisten können, aber gibt es eine lohnendere Investition in Angesicht der Vergänglichkeit?

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