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Der Selbstoptimierungswahn – Müssen wir wirklich immer ein Ziel haben?

SOULMASTERY

Jeder möchte schneller weiter, höher, besser, hübscher, intelligenter, attraktiver und/oder wissender sein. Schaut man sich in seinem privaten oder Arbeitsumfeld um, scheinen die meisten Menschen entweder direkt oder indirekt danach zu streben ‚,weiter‘‘ zu kommen, eine noch höhere Position in der Unternehmenshierarchie zu erreichen und „besser“ zu sein, als andere Menschen. Wenn sie an einer Herausforderung zu scheitern drohen, ziehen sie einen sogenannten ,,Coach‘‘ zurate, der dann Tipps gibt, die dazu nützlich sein sollen das eigene Ziel zu erreichen. Immer wieder wird von diesen sogenannten ,,Coaches” gepredigt, dass man sich Ziele setzen solle – je höher die Ziele, desto besser. Gerade das scheinbar nicht Erreichbare reizt uns umso mehr, denn wie wäre es wohl, wenn wir es erreichen würden? Wir würden uns als etwas besonderes fühlen und unfassbar glücklich und stolz auf uns selbst sein.

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Ein Leben ohne Ziele – ist das möglich?

Ziellos durch die Welt zu laufen scheint völlig undenkbar zu sein. Von allen Seiten wird einem eingeredet, dass man doch Ziele haben muss, um weiterzukommen im Leben. Von dem Umfeld, indem wir leben, wird uns fortwährend eingeredet, dass wir so, wie wir jetzt gerade sind nicht gut genug, nicht besonders genug sind. Denn wer möchte schon gewöhnlich sein? Von Kind auf stellen Eltern die Erwartung an ihre Kinder, dass sie etwas ganz Besonderes sein sollen und am besten noch ,,mehr” im Leben erreichen sollen, als sie selbst erreicht haben. Unbewusste Wünsche, die im Leben der Eltern nicht erfüllt wurden, werden so auf die eigenen Kinder übertragen.

Selbstexperiment Modezeitschrift

Das folgende Experiment verdeutlicht diese These. Schlage eine Modezeitschrift auf und reiße alle Seiten heraus, die Werbung für Mode- oder Beautymarken sind. Du wirst vermutlich feststellen, dass nicht mehr viele Seiten der Zeitschrift übrigbleiben. Bis zu neunzig Prozent der Seiten der Modezeitschriften versuchen dir zu vermitteln, dass du so wie du gerade bist, noch nicht gut genug bist. Du brauchst noch dies oder das, solltest noch diese fünf oder zehn Schritte machen, dann bist du hübsch, attraktiv oder hast eine perfekte Figur. Obwohl mittlerweile wirklich jeder weiß, dass alle Werbebilder auf denen Models abgebildet sind mit Photoshop bearbeitet wurden und dass selbst die Models in der Realität nicht so aussehen, wie auf den inszenierten Bildern, lassen wir uns trotzdem unterbewusst davon beeinflussen. Wir glauben wir seien nicht gut genug, so wie wir jetzt gerade sind.

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Viele Jahre meines Lebens habe ich mich von diesem Treiben nach immer ,,mehr‘‘ anstecken lassen. Ich habe mir viele materielle Dinge gekauft, obwohl ich eigentlich wusste, dass sie mich höchstenfalls kurzfristig glücklich machen werden und dann wieder der Drang danach ,,etwas anderem‘‘ einsetzt. Ich habe mir immer und immer wieder Ziele gesetzt. Denn ist das Leben nicht sinnlos, wenn man keine Ziele hat? Vorauf dann hinarbeiten?

Der Tag, an dem du alle Ziele erreicht hast – der glücklichste deines Lebens?

Als ich dann an einen Punkt in meinem Leben kam, an dem ich alle Ziele erreicht hatte, die ich mir vorgenommen hatte, wurde mir auf einmal klar, dass ich weit entfernt von dem Zustand glücklich zu sein war. Ganz im Gegenteil – ich hatte mich soweit von mir selbst entfernt, dass ich mich selbst nicht mehr erkannte. Ich war innerlich leer und im Inneren so unglücklich, wie niemals zuvor. Immer hatte ich mir Ziele gesetzt und dachte, wenn ich dies und das erreicht haben werde, werde ich glücklich und zufrieden sein. Als ich dann jedoch das vermeintliche Ziel erreichte, wurde mir klar, dass das ein Trugschluss war. Ich beschloss mich auf die Suche nach mir selbst zu machen. Ich begann nach Innen zu schauen, denn ich hatte nun verstanden, dass das Glück nicht in äußeren Dingen zu finden war.

soulmastery Julia Merkt

Transformation durch Meditation

Durch die Meditation begann ich tief im Inneren zu verstehen, dass ich perfekt bin genauso wie ich gerade bin. Ich habe schon immer das volle Potential in mir gehabt. Ich habe mir nur selbst nie die Möglichkeit gegeben, mir den Freiraum eingeräumt, es zu entfalten. Genau die Ziele waren es, die mich davon abgehalten hatten zu erkennen, dass gerade in diesem Moment bereits alles so ist, wie es sein soll. Ich muss nichts von Außen hinzufügen. Ganz im Gegenteil – je größer das Ungleichgewicht zwischen Außen und Innen wurde, desto weiter entfernte ich mich von mir selbst. Ich begann zu erkennen, dass ich selbst entscheide, ob ich blind dem Selbstoptimierungswahn der anderen Menschen folge oder mich davon distanziere. Denn Ziele können dich immer nur innerlich unglücklich und unausgeglichen machen, weil sie eine innere Anspannung erzeugen, indem sie suggerieren, dass du jetzt noch nicht angekommen bist, dass du erst dies und das machen musst, dies und das erreichen musst, damit du glücklich und zufrieden sein kannst. Dabei kannst du es bereits jetzt sein – in diesem Moment. Deine Ziele halten dich allerdings davon ab. Sie erzeugen eine innere Spaltung. Und das bedeutet keinesfalls, dass du, wenn du keine Ziele hast nur auf der faulen Haut rumliegst und nichts machst. Nein – es geht darum aus dem Moment heraus zu handeln, etwas zu entwickeln, aus dem Hier und Jetzt zu agieren, offen zu sein für den Moment und nicht blind einem Ziel zu folgen. Das Leben ist in stetiger Veränderung. Aus jedem Augenblick heraus entwickeln sich neue Möglichkeiten, die wir nur nutzen können, wenn wir offenbleiben, im Moment agieren, statt zu reagieren oder blind alten Handlungsmustern zu folgen, die uns andere Menschen eingeredet haben.

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