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Besitz besitzt – vom Haben und Nutzen

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Im Laufe unseres Lebens sammeln wir wie besessen Dinge an. Jeder Umzug wurde bisher von uns dazu genutzt Unmengen an Zeug wegzuschmeißen, zu verscherbeln (“Kleinanzeigen-was-ist-letzter-Preis” Abenteuer) oder zu verschenken & zu spenden. Es ist einfach faszinierend, wie sich schleichend Krempel ansammelt, wenn wir nicht bewusst und aktiv an dieses Thema herangehen.

Doch warum ist das für uns so wichtig? Kaufen wir die Dinge nicht immer aus einer vermeintlichen Notwendigkeit heraus? Was spricht dagegen viele (z.T. subjektiv schöne und gar nützliche) Dinge zu besitzen?

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Haben ist besser als Brauchen!(?)

Diesen Spruch hat ein ehemaliger Kollege von mir immer wieder gerne bemüht und er klingt immer noch in meinen Ohren. Die dahinter liegende Mentalität ist mir bestens bekannt. Geprägt durch eine Kindheit in der Sowjetunion und dem Mangel an praktisch allen nützlichen Dingen des Alltags (wie z.B. Mehrfachsteckdosen, Stiften oder Bananen) tendiere ich auch noch so viele Jahre später dazu Dinge anzuhäufen und länger  aufzubewahren, als dies nötig ist – denn man weiß ja nie, wann man es brauchen könnte. Wenn es dann soweit ist, weiß das Eichhörnchen eh nicht mehr, wo es die Nuss vergraben hat und begibt sich Online oder in den nächsten Baumarkt, um ebendiese Nuss zu kaufen. Jeder meiner bisherigen 13 Umzüge hat mir den Spiegel vorgehalten, in dem ich hätte erkennen können, dass ich dieses Eichhörnchen bin. Bei dem letzten Umzug habe ich endlich mal auch hingeschaut…

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Mit zunehmender Meditationspraxis und den in der Selbstbeobachtung verbrachten Stunden steigt Bewusstheit und Achtsamkeit an. Durch eben diese zunehmende Bewusstheit für mich und meinen Körper fiel mir auf, dass…

….jeglicher Besitz belastet….

…”wie denn das?” – die Antwort auf diese Frage war mir früher nicht so wirklich klar.

Ja, dieser platte Spruch mit dem Besitz tauchte immer wieder mal an meinem Lebenswegesrand in der einen oder anderen Form auf. Ich habe müde über ihn gelächelt. Er wurde in die “arme-Leute-Mentalität” Box kategorisiert und weggepackt. Da ich ja leisten kann und will, werde ich in dieser Leistungsgesellschaft bestehen und mir Besitz zulegen und dann …. dann habe ich es “geschafft”. So oder so ähnlich waren meine Gedankengänge zum Ende meines Studiums und in den ersten Jahren der Berufstätigkeit. So kam dann einiges zusammen: Autos, Fahrräder, Boot, Zubehör, Elektronik, Einrichtungsgegenstände und und und….

Es bleibt selten beim Besitz von lediglich Dingen

Neben dem sich immer wieder füllenden Keller, entglitt mir die Tatsache, dass ich dieses Verhalten auch auf zwischenmenschliche Beziehungen angewendet habe. Es spricht natürlich nichts dagegen Menschen kennen zu lernen, Freundschaften zu pflegen und aufzubauen. Die Wahrheit sah aber dann doch so aus, dass ich immer mehr in Freizeitstress geriet, um diese Beziehungen zu pflegen. Ich war beleidigt und fühlte mich persönlich angegriffen, wenn ich keine Gegenseitigkeit in einer solchen Beziehung spürte, denn dann konnte ich diese ja nicht “besitzen”. Vieles davon lief unbewusst ab. Die Symptome waren mir von Zeit zur Zeit sichtbar, aber über die Ursache habe ich mir keine Gedanken gemacht. Dieses Phänomen wurde noch ein Mal mit dem Aufstieg von Facebook im Alltag gespiegelt. Dort hatte man schnell 200-300 Leute als “Freunde” drin, die man kaum kannte. Den Rückschluss auf das reale Leben und auch die eigenen engeren zwischenmenschlichen Beziehungen konnte das Eichhörnchen auch wieder nicht finden. Es war zu sehr damit beschäftigt auch diese Nüsse zu sammeln.

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Es geht um die Beobachtung des Selbst

Wie kam also das Eichhörnchen zur Einsicht, dass es sich selbst im Spiegel sieht und kein anderes Eichhörnchen, welches komische Moves macht? Hier kommt wieder die oben erwähnte Bewusstheit ins Spiel. Mit zunehmender Achtsamkeit für mich selbst beruhigte sich auch mein Verstand immer mehr in und außerhalb der Meditationen. Die aufgewühlte See meines materialistisch geprägten Egos beruhigte sich zunehmend und wurde so langsam zu einem spiegelnden See – wie es so schön in den Zen-Geschichten heißt. Durch das fortwährende Training und die Schulung meiner Beobachtungsfähigkeit konnte ich irgendwann meine eigenen Handlungen und Gedanken mit etwas Abstand betrachten und sah allmählich die Spiegelung meiner Verhaltensweisen in dem inneren See der Bewusstheit.

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Energie, die wahre Währung

Vielleicht kennt der Eine oder Andere von euch diese Momente der Klarheit, wenn eine intellektuelle Erkenntnis vom Verstand irgendwohin tiefer sackt – irgendwohin, was man vermutlich Seele, Geist, Wesen oder Herz nennen könnte. In einem dieser Momente der Klarheit fiel es mir wie Schuppen von den Augen – es geht immer um meine Energie. Meine Energie wird benötigt um diese Dinge anzuschaffen durch meine Arbeitskraft. Meine Energie wird benötigt zum Aufbau der zwischenmenschlichen Beziehungen. Was aber noch viel wichtiger ist (und das habe ich erst nicht wahrhaben wollen)….

….Besitzt besitzt (uns)!

Jedes “Ding”, welches wir uns anschaffen, verbraucht auch nach der Anschaffung unsere Energie. Am Beispiel Auto ist es einfach zu sehen – das Auto kostet auch nach der Anschaffung eine Menge Geld, aber auch Pflege und damit Energie. Ein Einrichtungsgegenstand kostet uns Energie in Form von Putzen/Instandhalten. Dies ist ja noch relativ einfach greifbar. Aber auch die schiere Präsenz dieser Dinge in unserem Leben belastet uns auf eine zunächst kaum spürbare Weise. Durch die Anhaftung an die uns “lieb gewordenen” Gegenstände sind wir weniger flexibel dem “Flow” zu folgen & damit mit dem Moment zu gehen. Jeder Gegenstand summiert sich zu Verpflichtungen und Rigidität. Es war einfach eine Studentenbude umzuziehen, wenn mal die WG Mitbewohner nicht gepasst haben, oder man eine neue Vorlesung in einem anderen Gebäude hatte und der Weg einen genervt hatte. Es ist nicht so einfach einen Haushalt umzuziehen, der voll ist von Gegenständen und Dingen, die wir alle irgendwie mal gebraucht haben.

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Das gleiche ist auch auf die zwischenmenschlichen Beziehungen anwendbar. Jede Beziehung fordert unsere Energie in Form der Pflege dieser. Sei es Zeit für persönliche Treffen, Kurznachrichten oder Telefonate – diese Beziehung bindet unsere Aufmerksamkeit. Dies mag nicht jeden Tag in Massen sein, sondern vielleicht immer wieder mal ein Hauch der Energie. Diese summiert sich allerdings schnell bei einigen Dutzend engerer Kontakte, die “man” dann doch hin und wieder sehen “möchte” um die Beziehungen aufrechtzuerhalten.

Dies ist kein Nihilismus-Manifest

Ist es also sinnvoll sich von allem Weltlichen zu trennen, der Welt zu entsagen und die ultimative Freiheit eines Nihilisten zu genießen mit all ihren Konsequenzen? Meine persönliche Meinung ist ein klares NEIN. Wie so häufig ist die goldene Mitte der Weg. Es ist schön einige Dinge zu haben, die man auch wirklich nutzt. Der Nutzen ist bei den Dingen entscheidend. Ziehe ich eine Freude oder einen Nutzen oder beides aus diesem Gegenstand, so ist er für mich wertvoll. Ich entscheide mich bewusst die Energie in diesen Besitz zu investieren. Genauso trenne ich mich bewusst und konsequent von Gegenständen, die nicht länger meinen Fokus genießen oder seit einer Weile nicht mehr von mir genutzt wurden. Durch die fortwährende Beobachtung meiner unbewussten Treiber aus meiner Kindheit konnte ich einiges der “Mangel-geprägten” Mentalität transzendieren. Ich trenne mich bewusst von Dingen und genieße die Erleichterung, die mit der freigewordenen Energie einhergeht.

Manche Philosophen behaupten ja, dass der Wahre Besitz sich erst in dem Moment manifestiert, indem wir eine Sache weggeben können. Erst dann besitzen wir diese, da wir sie geben können. Können wir eine Sache nicht geben, dann besitzt sie uns.

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Mit den Menschen ist eine gewisse Parallele erkennbar. Natürlich sortiere ich meine Freunde und Bekannten nicht nach dem gleichen Nutzen-Faktor, wie Dinge. Dies habe ich früher mal so gehandhabt. (Klingt für Dich jetzt vielleicht extrem und Du wertest mein früheres Selbst aus einer vermeintlich “besseren” Warte heraus – doch beobachte Dich mal selbst in Deinen aktuellen Beziehungen ;-)). Heute schaue ich mittlerweile viel mehr auf die Qualität statt Quantität der Beziehungen. Statt mit allen und jedem “bekannt” zu sein, lege ich heute mehr Wert in meinem engeren Umfeld wenige aber (auch emotional) tiefergehende Beziehungen zu pflegen.

Ich habe ja diese Energie meines Wesens, um diese auch in der physischen Welt zu nutzen, in der ich nun mal existiere. Durch die Aktivitäten des täglichen Lebens, des Miteinanders kann ich sehr viel an mir selbst beobachten und geistig/persönlich wachsen, indem ich mir immer mehr Unbewusstes bewusst mache. Es ist für das Eichhörnchen nicht immer schön die eigenen Absurdität zu sehen und sich dieser bewusst zu werden. So kann sich das Eichhörnchen aber Richtung Mensch entwickeln, welcher sein volles Potential der Bewusstheit nutzen kann.

Freude und Lebenslust

Dies gelingt auch in der Stille der Meditation, ist aber am effektivsten, wenn auch die Aktivitäten des täglichen Lebens und Arbeitens dazu genutzt werden können. Es ist auch einer der Gründe, warum wir den Hashtag #workasmeditation kreiert haben. Das ist ein wichtiger Aspekt, da Bewusstheit sich auch im Kontrast der Stille mit der Aktion von einer weiteren Seite spiegelt. Zusammen mit den Beobachtungen in der Stille können wir so ein immer stärkeres Verständnis für uns, das Selbst und die Bewusstheit aufbauen. So wird die Achtsamkeit nicht zu etwas “Heiligem”, welches getrennt von dieser Welt existiert, sondern ein realer Teil des täglichen Lebens.

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