Achtsamkeit

SOULMASTERY

Ähnlich wie das Thema Digitalisierung auf der Ebene der Dinge, ist das Thema Achtsamkeit ein neuer Trend auf der Ebene der Menschen bzw. „Human Ressources“. Das Thema macht so allmählich in den Medien die Runde und sogar Zeitschriften wie der Spiegel berichteten über Praktiken, Ansätze und leichtverdauliche philosophische Hintergründe dieses Themengebiets. Ähnlich wie mit der Digitalisierung, sind viele interessiert und doch gleichzeitig irgendwie gleichgültig, da „man sich da erstmal reinlesen müsste“ was dies für einen selbst und/oder das eigene Unternehmen bedeuten könnte.

Befragt man Google oder die „YouTube-Universität“ zu dem Thema, kriegt man natürlich eine unfassbare Menge an Information zurück und wie bei vielen Recherchen im bis dato unbekanntem Gebiet ist man vielleicht noch weniger informiert als zuvor. Jetzt weiß man in Ansätzen, was man alles nicht weiß und recherchieren könnte. Wir bei soulmastery beschäftigen uns mit diesen Themen tagtäglich und insbesondere im Zusammenhang mit dem Geschäftsleben, also der Wirtschaft. Daher bietet es sich an, bei diesem (aus unserer Sicht) äußerst wichtigem Thema etwas Licht in den dunklen Wald zu bringen und auch die Brücke zur Wirtschaft und der Wirtschaftlichkeit dieses Themas zu schlagen.

Das Ding mit der Achtsamkeit ist für mich am Anfang meiner Reise so ähnlich wie beim Basketball gewesen, als der Trainer uns immer anschrie wie sollen uns konzentrieren. Es ist ungefähr so hilfreich, wie einem blinden zu sagen, dass er besser schauen soll, wenn er über irgendwas stolpert.  Diesen didaktischen Sprung verstehen die meisten Trainer von Hobbymanschaften leider nicht, aber bei uns selbst können wir mit diesem Themenkomplex anders umgehen. Für mich gibt es hier drei Kräfte am Werk:

  1. Konzentration
  2. Bewusstheit
  3. Achtsamkeit

Die Beziehung dieser drei Begriffe ist in uns eng verzahnt und nachfolgend kann ich sinnvoll nur den eigenen subjektiven Weg durch den Dschungel dieser Beziehungen beschreiben. Bei vielen Themen rund um unseren Geist, Seele, oder wie auch immer man das nennen kann, was uns von den Maschinen und Dingen unterscheidet, ist eine objektive Darstellung meiner Meinung nach eh ein Witz. Keiner kann von außen eine Erfahrung objektivieren und derjenige, der sie erlebt kann sie nur subjektiv beschreiben, denn er erlebt es nun mal aus der eigenen inneren Sicht. Dennoch gleichen sich manche Erlebnisse den Berichten vieler Einzelner stark, sodass gewisse Rückschlüsse hier und da möglich sind. Jedoch möchte ich subjektiv bleiben, da eine objektive Beschreibung immer nur über ein Thema, oder Ding handeln kann und nicht in die Essenz, das Subjektive eindringen kann, denn dann würde sie ja ihre Objektivität per Definition verlieren.

Angefangen habe ich mit Konzentration. Die Konzentration ist eigentlich das, was der Achtsamkeit am nächsten kommt, bevor man mit den anderen Begriffen überhaupt irgendwie in Berührung gekommen ist. Konzentration ist allerdings ein rares gut geworden in Zeiten vom konstanten Dopamin-Bombardement der „Apps und Services“. Wenn wir uns auf eine Sache gut konzentrieren sollen, brauchen wir mittlerweile eine richtige Vorbereitung, passende Stimmung, Uhrzeit, Setting und auch den rettenden Flugmodus auf dem Smartphone. Wenn wir das nun geschafft haben und unsere Konzentration da ist, können wir erstaunliches vollbringen, was uns selbst zuweilen überrascht. Wir kommen sogar vielleicht in den viel beschworenen „Flow“. Das fühlt sich toll an, produziert hervorragende Resultate und befriedigt ungemein. Bei dem vorliegenden Themengebiet richtet sich die Konzentration nicht auf ein Excel, PowerPoint oder Bericht, sondern auf unser eigenes Innenleben und bei weiterer Ausbaustufe auf die Umwelt. Das wird den allermeisten von uns in den westlichen Ländern so nicht beigebracht. Weder die Eltern, noch die Schule, oder weiterführende Bildungseinrichtungen lehren uns wie wir uns auf uns selbst besinnen und damit konzentrieren können. Hier kommt oft Zen ins Spiel und ist eine fantastische Philosophie, die es allemal wert ist entdeckt zu werden. Dies ist aber ein großes Thema und würde den Anspruch an Simplifikation dieses Themengebiets konterkarieren.

Die Konzentration auf uns selbst können wir in ersten Schritten durch z.B. kurze geführte Meditationen erlernen. Es gibt so einige gute Apps und YouTube Videos, die uns ermöglichen von 5 Minuten am Anfang, bis ca. 20 Minuten im fortgeschrittenen Stadium, bei uns selbst zu sein. Hier lernte ich die Konzentration auf mich selbst. Meine Gedanken schweiften immer wieder ab und ich war oft mental bei den Ereignissen der jüngsten Vergangenheit, oder nächsten Zukunft, aber nach und nach trainierte ich meine Konzentration, die mich immer mehr ins „Hier und Jetzt“ brachte, sodass ich die besagten Minuten bei mir sein konnte, ohne irgendetwas zu tun, oder zu planen. Die Gedanken waren immer noch da, jedoch veränderte sich meine Haltung diesen gegenüber. Durch diese ansteigende Fähigkeit sich auf mich selbst zu konzentrieren, statt den Gedanken nachzurennen, entwickelte ich „automatisch nebenbei“ die Möglichkeit mich bewusster wahrzunehmen. Irgendwann stellte sich in mir ein Zusammenhang her, dass die viel beschworene „Bewusstheit“ in meinen Augen die höhere Ausbaustufe der Konzentration auf mich selbst und meine Umwelt ist. Je mehr ich mich auf mich selbst und auf den jeweiligen Moment konzentrieren konnte, des bewusster wurde ich über das was in mir passiert und was um mich herum vorgeht. Hier war es noch eine Art Anstrengung nötig, die Konzentration und damit auch die Bewusstheit für mich und die Umwelt aufrechterhalten zu können. Ich musste mich selbst öfters „einfangen“ und mich darauf konzentrieren auf z.B. die Fragen wie es mir gerade eigentlich innerlich geht, was ich wirklich fühle und wie ich meine unmittelbare Umwelt wahrnehme. Dies steigerte nach und nach meine Bewusstheit für eben diese Dinge wie eigene Gefühle/Innenleben und die Interaktion mit der Umwelt.

Es kam mir wie ein Erwachen vor. Vieles was ich bis dato auf Autopilot laufen ließ, kamen nun in mein erweitertes Sichtfeld – in die Bewusstheit. Ich konnte meine Wahrnehmung deutlich verbessern und gefühlt mehr aus meinen 5 Sinnen herausholen. Die Bewusstheit war zu einem „Tool“ geworden, welches ich gerne nutze. Die Konzentration als befähigendes Vehikel rückte dabei in den Hintergrund und wurde zum Automatismus. Ich konnte nun über die Konzentration viel besser verfügen und merkte den Anfang, aber auch das Ende des „Flows“.

An diesem Punkt war Bewusstheit meine neue Evolutionsstufe. Ich musste mich weiterhin darin üben die Konzentration in die Bewusstheit einfließen zu lassen und steigerte so nach und nach diese Fähigkeit. In einer weiteren Ausbaustufe wurde es mir nun möglich nicht nur mich selbst und die unmittelbare Umgebung bewusster wahrzunehmen, sondern auch einen etwas erweiterten Radius, wenn man das so plastisch beschreiben darf. Für mich persönlich war das der Übergang zur Achtsamkeit. Die Achtsamkeit schließt für mich eine ausgeprägte Fähigkeit die eigene Konzentration in die Bewusstheit für sich selbst und auch das weitere Umfeld einfließen zu lassen. Die Kräfte greifen so für mich subjektiv ineinander. Die Konzentration befähigte mich zur höheren Bewusstheit und die höhere Bewusstheit brachte eine Art neues peripheres Sehen mit sich – die Achtsamkeit.

soulmastery Meditation München

Die Achtsamkeit umfasst für mich persönlich nicht nur das Äußere, sondern auch das Innere des Menschen in dem Bezug zu der Umwelt. Kleinigkeiten fallen auf, Mirko-Expressionen des Gegenübers bleiben nicht mehr unbemerkt, innere Bewegkräfte werden deutlich. Die Umwelt gibt auf ein Mal deutlich mehr Kraft, Ruhe und Ausgeglichenheit, da wesentlich mehr von der Natur wahrgenommen wird – und zwar auf ein Mal. Jeder Versuch diese Begriffe in einer Art Übersicht zu bringen kann natürlich nur zu kurz greifen. Die Definitionen sind subjektiv, das Verständnis der Begriffe je nach Anschauungsweise und Philosophie unterschiedlich. Dennoch wage ich den Versuch zur nachfolgenden (rein subjektiven) Veranschaulichung. Vielleicht hilft sie dem Einen oder Anderem zu einem einprägsameren Verständnis des Themenkomplexes.

Die Achtsamkeit kann aus meiner persönlichen Sicht und der vorherigen Definition heraus in den meisten Fällen nicht über Nacht erlernt werden. Es ist ein Prozess, der mit dem Umgang der Wunderwaffe Konzentration beginnt. Konnte ich mich vorher nur auf die Verrichtung einer singulären Tätigkeit für eine Weile konzentrieren (und das nur, wenn mich die Aufgabe halbwegs interessiert hatte), bin ich heute in der Lage Stimmungen, Verhaltensmuster und meinen eigenen Flow präzise zu spüren und zu nutzen. Die Vorzüge für das Geschäftsleben sind hieraus einfach abzuleiten. Das Skillset ist deutlich aufgewertet und ermöglicht nicht nur eine wesentlich bessere Aufgabenbewältigung, sondern befähigt zu ganz neuen Aufgabengebieten. Mehr zu sehen, mehr zu spüren und mehr zu fühlen ist sehr kostbar, insbesondere wenn dies nicht auf Kosten der Konzentration geht. Die Konzentration scheint fast ins unendlich ausgedehnt zu sein. Wo vorher eine Aufgabe schon die ganze Kraft forderte, ist heute ein Niveau der Konzentration vorhanden, welches gleichzeitiges Wahrnehmen mehrerer Gesprächspartner und der Thematik an sich ermöglicht.

Laut einigen neuen Forschungserkenntnissen nehmen wir mit unseren 5 Sinnen ca. 120 Bits an Information bewusst wahr. Das Entspricht in etwa dem aufmerksamen Zuhören eines Gesprächspartners (ca. 60 Bits) und dem Genuss einer Speise (ca. 60 Bits). Sind wir also mit einer Person im Restaurant, ist unsere bewusste Wahrnehmung so gut, wie ausgelastet, wenn wir wirklich bewusst die Speise genießen und klar zuhören. Alles andere um uns herum nehmen wir nur unterbewusst wahr. Unser Unterbewusstsein dagegen hat eine fast unendliche Bandbreite der Wahrnehmung. Es wird alles um uns herum permanent geloggt und gespeichert. Das ist mal „Big Data“. Durch Konzentration und damit gesteigerte Bewusstheit nehmen wir die Grenzen des eigenen Bewusstseins deutlicher wahr und werden so achtsamer mit dem auf was wir die Kräfte richten. Das Maß an Konzentration bleibt vielleicht sogar gleich, nur unsere Ausnutzung dessen steigt gefühlt an. Die Achtsamkeit lässt uns dann aufhorchen, ob der Impuls nun auf dem Bewussten, oder unbewussten und ggf. einprogrammierten kommt. Wir erlangen eine höhere Kontrolle über unser eigenes Handeln und Denken mit den entsprechenden Konsequenzen für unseren Alltag und Geschäft.

Die große Frage nach solchen Artikeln ist bei mir persönlich immer das „wie?“. Die Antwort für mich persönlich ist ganz klar = Meditation. Es gibt sehr viel mehr Methoden als die geführten (Schneider)Sitz-Apps. Glaubt man den Schriften, gibt es mindestens 120 verschiedenen Arten der Meditationstechnik mit entsprechenden Abwandlungen. Da wir Menschen uns doch in gewissen Graden unterscheiden gibt es hier auch, wie z.B. bei Medikamenten, bessere und schlechtere Verträglichkeiten. Mit der passenden Methode zum eigenen Wesen geht das Wachstum über Konzentration und Bewusstheit zur wahren und nachhaltigen Achtsamkeit deutlich schneller. Wahre Achtsamkeit kann man dann auch nicht mehr „verlieren“ wenn man „nicht dranbleibt“.

Genau wie die Digitalisierung die Dinge zu vervollkommnen vermag, ist es uns möglich uns als Menschen zu vervollkommnen. So manch großer Denker in der Menschheitsgeschichte hielt dies für unsere Daseinsberechtigung. Diese Frage muss natürlich ein Jeder für sich selbst beantworten, aber genauso wie die Dinge ohne die Digitalisierung nicht Schritt halten können werden, wird der Mensch nur durch die Entwicklung seiner Sinne den Vorsprung und Herrschaft über die Dinge und Maschinen behalten können. Achtsamkeit ist in meinen Augen das Zentrum dieser Entwicklung. Sie bedingt all die anderen wünschenswerten Eigenschaften wie z.B. Kreativität, Empathie und Intuition. Die uns gegebenen extern gerichteten Sinne können durch eine erhöhte Achtsamkeit wesentlich besser genutzt werden. Das uns innewohnende Potential wird so deutlich besser genutzt.

Wir zeigen gerne Wege zur Konzentration, Bewusstheit und Achtsamkeit. Was ihr dann damit anfangt, ist euch selbst überlassen…

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